Über 500 weitere Arzneimittel jetzt auch in der Drogerie erhältlich

Seit kurzem dürfen auch Drogerien sämtliche Medikamente abgeben, für die es kein Rezept braucht – ein Gewinn für die Kundschaft, ohne dass die Patientensicherheit beeinträchtigt würde.  

Die Nase trieft, der Hals schmerzt, wegen einer Allergie hört das Jucken nicht mehr auf… Wer bisher in einer der rund 500 Schweizer Drogerien nach bestimmten Mitteln gegen solcherlei Beschwerden verlangte, wurde manchmal enttäuscht. Denn wenn das gewünschte Arzneimittel in der sogenannten Abgabekategorie C eingeteilt war, musste die Kundschaft an die nächstgelegene Apotheke verwiesen werden, weil nur dort Liste-C-Präparate abgegeben werden durften.

Liberalisierung ohne Risiken …

Im Rahmen der Revision des Heilmittelgesetzes hat der Gesetzgeber entschieden, die bisherige Abgabekategorie C aufzuheben und die Arzneimittelabgabe zu liberalisieren, ohne dabei die Patientensicherheit zu beeinträchtigen. Rund 650 Arzneimittel der Abgabekategorie C sind vom Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic anhand von definierten Kriterien sorgfältig überprüft worden, rund 550 werden nun in die Abgabekategorie D umgeteilt und dürfen neu auch von Drogerien abgegeben werden.

… dafür mit positiven Nebenwirkungen

Dank dieser rund 550 Präparate nimmt die Arzneimittelvielfalt in der Drogerie zu. Neben den bereits bisher abgegebenen schul- und komplementärmedizinischen Präparaten haben die Drogerien für gewisse Indikationsgebiete wie Erkältungen, Allergien oder Magen-Darm-Erkrankungen nun zusätz­liche Behandlungsmöglichkeiten zur Hand. Bei anderen Indikationen kann die Kundschaft dank Arznei­mitteln in höheren Dosierungen und/oder Packungsgrössen individueller beraten und versorgt werden. Der Zentralpräsident des Drogistenverbandes Jürg Stahl ist nicht bloss stolz darauf, dass da­mit die hohe Fachkompetenz der Drogistinnen und Drogisten in der ganzen Schweiz honoriert wird: «Mit diesem Schritt», so Jürg Stahl, «wird die kostengünstige Selbstmedikation gestärkt».